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Gehaltsempfehlungen des bpt: So viel sollen Tierärzte am Anfang verdienen

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Im November 2012 war ich auf dem bpt-Kongress in Hannover. Dabei fiel mir der Vortragsband zum Thema „Praxisführung“ in die Hände, genauer gesagt ein Beitrag mit dem Titel „Möglichkeiten der Assistentenvergütung“ von K. Kreling und H.-P. Ripper (Vortragsband bpt-Kongress Hannover 2012, S. 204-206), sprich „Was sollen Tierärzte am Anfang verdienen?“. Die Zusammenfassung dieses Beitrags möchte ich gern in diesem Artikel vorstellen:

Bereits zu Beginn gehen die Autoren darauf ein, dass Assistenten häufig mit ihrer Situation unzufrieden sind. Der Grund: schlechte Arbeitszeiten und Entlohung. Die Folge: ein Wechsel in die Selbstständigkeit oder die Industrie oder gar die Ausübung berufsfremder Tätigkeiten – und natürlich Abwandern von Wissen und Erfahrung aus der Praxis. Um dieser Situation entgegenzuwirken, schlägt der bpt zwei Gehaltsmodelle vor:

  1. ein Festgehaltsmodell
  2. ein Prämienmodell

Demnach sollen Anfangsassistenten im 1. Halbjahr 2 200 € und im 2. Halbjahr 2 600 € verdienen – brutto wohlgemerkt. Basis dieser Empfehlungen ist eine 40-Stunden-Woche (!). In diesem ersten Jahr soll der Schwerpunkt auf der Ausbildung des Assistenten liegen, daher wird ein Arbeitskatalog empfohlen, dessen Inhalte im 1. Jahr sicher erlernt werden sollen.

Nach diesem 1. Jahr folgen die 2 bereits angekündigten Gehaltsmodelle:

Festgehaltsmodell

Das Festgehaltsmodell sieht eine Mindestvergütung pro Stunde für die folgenden 4 Jahre (bei 12 Gehältern im Jahr und dem gesetzl. Urlaubsanspruch) vor:

  • 2. Jahr: 16,20 €/Std. (2 816 €/Monat)
  • 3. und 4. Jahr: 17,60 €/Std. (3 048 €/Monat)
  • 5. Jahr: 18,60 €/Std. (3 227 €/Monat)

Prämienmodell

Dieses Modell ist erfolgsorientiert und basiert auf der Annahme eine Sockelgehalts (vorgeschlagen werden hier z. B. 3 000 € ab dem 2. Berufsjahr bei 40 Stunden/Woche). Hinzu kommt eine Leistungsprämie, die sich zusammensetzt aus Assistenteneinnahmen-Verbrauchsmaterial-Teamlohn des Arbeitsgebers-anteiligem Gemeinkostenzuschlag-anteiligem kalkulatorischem Unternehmerlohn und davon dann 25-35 %. Auch hier wird von 12 Gehältern und dem gesetzl. Urlaubsanspruch ausgegangen.

Zum Schluss gehen die Autoren noch auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle ein, auf die ich an dieser Stelle aber nicht näher eingehen möchte. Stattdessen möchte ich das Ganze an einem Beispiel noch mal zusammenfassen.

Silke, 27 Jahre, promovierte Tierärztin

Ich möchte das Ganze an einer fiktiven Person verdeutlichen: Silke hat mit 18 Abitur gemacht (mit einem Schnitt von 1,1 – das ist der NC für Tiermedizin) und gleich einen Studienplatz bekommen. Dann hat sie in 5,5 Jahren ihr Studium durchgezogen (das ist die Regelstudienzeit). Im Anschluss wollte sie gern promovieren (in der Physiologie, weil sie das Thema interessierte), denn während des Studiums ist das für Tierärzte nur schlecht möglich (im Gegensatz zu den Humanmedizinern). So hat sie nun mit 27 Jahren ein Staatsexamen und eine Promotion in der Tasche und beginnt als Anfangsassistentin (denn sie hat ja noch keine praktische Erfahrung gesammelt) in einer Tierklinik in Stuttgart. Hier verdient sie also 2 200 € brutto (denn sie befindet sich ja „in der Ausbildung“). Davon bleiben ihr netto vermutlich ca. 1 400 Euro. Davon zahlt sie Miete für eine Wohnung in Stuttgart (eine kleine Wohnung) für ca. 600 Euro und finanziert sich ein Auto (in den Notdiensten muss sie mobil sein, wenn sie nicht immer in der Praxis übernachtet).

Nun schauen wir uns Silke mal an, wenn sie Humanmedizin studiert hätte:

Silke, 26 Jahre, promovierte Ärztin

Silke hat wieder mit 18 Abitur gemacht und gleich einen Studienplatz bekommen. Während der letzten Jahre ihres Studiums hat sie bereits mit der Promotion begonnen, die sie kurz nach ihrem Studium abgeschlossen hat (deshalb ist sie erst 26). Nun beginnt sie in einem privatisierten Universitäts-Krankenhaus in Hessen zu arbeiten. Laut Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte in Hessen beträgt das Einstiegsgehalt für Ärzte (Ä1) ab dem 1. Jahr 3.762 € + 170 € Strukturzulage, ab dem 3. Jahr dann 3.994 € + 170 € Zulage. Das geht dann Jahr für Jahr weiter, bis Sie ab dem 5. Jahr dann 4.571 € + 170 € Zulage bekommt. Das Ganze übrigens bei einer 42-Stunden-Woche. Nacht-, Wochenend- und Zusatzdienste werden entsprechend vergütet (mit Zuschlag).

Silke verdient als Tierärztin also nach 5 Jahren (Festgehaltsmodell) 3.227 €, als Ärztin an einem privatisierten Uniklinikum mit Zulagen 4.741 €. Macht gut 1.500 € Unterschied. Zu Beginn ihrer ärztlichen Tätigkeit – also ohne praktische Beruferfahrung – verdient sie als Ärztin bereits 3.932 €, als Tierärztin 2.200 bzw. 2.600 €.

[green_box]Dieser Beitrag erschien erstmals am 26.11.12 im Blog der Autorin[/green_box]

Autor: Dr. Christina Lauer

Social-Media-Managerin | Bloggerin | Webdesignerin & Tierärztin | Gründerin von Praxismarketing Lauer

18 Kommentare

  1. Und wie kann man bzw Frau dieses Missverhältniss nun in der Praxis ändern?? Denn wenn „Silke“ den Job als Anfangsassistentin nicht nimmt, dann kommt eben die nächste ( und nächste, und nächste, …..) wir brauchen dringend auch einen Tarifvertrag!

  2. Der Vergleich ist zwar sehr plakativ, allerdings hilft uns der Vergleich mit der Humanmedizin nicht weiter. Aufgrund grundsätzlicher Unterschiede (Abrechnung mit Patientenbesitzer vs. Krankenkasse, Arbeitgeber kleine Praxis vs. Öffentlicher Dienst, etc.) werden wir uns nie mit den Gehältern der Humanmedizin vergleichen können.

    Das Anfangsgehalt des bpt-Modells erscheint niedrig, aber es greift den üblichen Vorbehalt auf („Anfangsassistenten können nichts“). Wenn man das allerdings mit den gegenwärtigen Gehältern von Interns und Anfangsassitenten vergleicht, dann reden wir hier für das erste Jahr ohne Berufserfahrung mit 28 800 € Brutto-Jahresgehalt von einem akzeptablen Gehalt.

    Danach liegt man zwischen 33 000 und 40 000 € Bruttojahresgehalt (entspricht in etwa dem Verdienst eines Haupt- oder Realschullehrers). Dabei ist aber zu bedenken, dass nach diesem bpt-Modell jede Stunde bezahlt werden muss (die Formulierung: „Die Arbeitszeit richtet sich nach den Praxisanforderungen und ist mit dem Entgelt abgegolten“ gilt hier nicht.) Wer also nach seinen 40 Wochenstunden noch am Wochenende Dienst hat, erhält dafür einen Zuschlag.

    Bei dem anderen Modell sind logischerweise deutlich höhere Gehälter möglich, allerdings ist man am unternehmerischen Risiko beteiligt.

    Ich glaube, wenn wir schon diese Gehälter als Untergrenze festlegen könnten, wären wir viel weiter. Wieviele Tierärzte fangen denn mit unter 2000 € brutto bei mindestens 40 h Arbeitszeit an?

  3. Tja Leute, dafür brauchen wir eine Gewerkschaft! Und wenn ihr mich fragt, ein Versicherungssystem für Tiere, das gesetzlich verpflichtend ist. wer fängt wann mit der Gründung der Gewerkschaft an? Ich mache mit..

  4. Und welcher Anfangsassistent bekommt überhaupt so viel Bruttogehalt wie empfohlen?! Und erst recht für 40 Std./Woche? In der Realität ist es doch eher so, dass man gerade so viel verdient wie eine Verkäuferin und dafür unbezahlt massig Überstunden leistet und die Notdienste abarbeitet, häufig auch noch unbezahlt… Aus dem Studium kommt man heraus mit einer Menge Schulden (Wenn man nicht gerade reiche Eltern hatte…) und dann wird man ohne großartig vorbereitet worden zu sein ins kalte Wasser geworfen. Und wenn man die Arbeitsstelle, die man bekommen kann nicht annimmt, kommt halt eine andere dumme, die für ihren Traum einfach Alles in Kauf nimmt… Da wird der Kindheitstraum schnell zum Albtraum und man geht lieber für 10 Euro die Stunde irgendwo putzen und hat keine Verantwortung für Lebewesen…

  5. Das frage ich mich auch, welcher Anfangsassistent dieses empfohlene Gehalt bekommt! Regionale Unterschiede sind sehr deutlich. Es gibt durchaus Praxen, in denen ein Anfangsgehalt von 500 Euro (brutto) als angemessen gilt, wenn man dafür so um die 50 Stunden (inkl. Wochenend- und Nachtdienste) arbeitet. Anscheinend auch für den bpt, denn auf Nachfrage bei der entsprechenden Rechtsberatung gab es leider nur ausweichende Antworten, denn der bpt ist ja vor allem für die selbstständigen praktizierenden Tierärzte da.
    Weiter frage ich mich, ob dieses Anfangsgehalt auch für fortgeschrittene Assistenten überhaupt gezahlt wird, denn auch nach langjährigem Verlassen der Uni können einige Assistenten mit Berufserfahrung von diesen Summen (übrigens auch von der als Anfangsgehalt empfohlenen Summe) nur träumen. Leider sind die meisten Praxen nicht darauf ausgelegt, langjährig gute Assistenten an sich zu binden. Und wenn einer dann tatsächlich mit dem Wunsch nach einem angemessenen Gehalt daherkommt, findet man recht schnell einen Grund, diesen Assistenten nicht zu nehmen bzw. sich von ihm zu trennen und es wird eben ein anderer eingestellt. Durch den damit ausgeübten Konkurrenzdruck unter den Mitbewerbern sinken die Gehaltswünsche recht schnell.
    Um angemessene Gehälter zahlen zu können, sollten die Praxis- bzw. Klinikinhaber die Möglichkeiten der GOT ausschöpfen, denn es ist klar, dass bei (zu) geringen Einnahmen auch keine angemessene Vergütung der Angestellten (TFAs und Assistenten) erfolgen kann. Sicher schürt der knappe Verdienst als angestellter Praktiker in Verbindung mit meist fehlender Work-Life-Balance (Handy am Bett, 24 h am Tag und 7 Tage die Woche erreichbar sein, Termindruck von Tierbesitzern und Chef) zu Unzufriedenheit in dem an sich sehr schönen Berufsbild.
    Vielleicht könnten an dieser Stelle die Arbeitgeber einmal umdenken: Was kann ich einem Assistenten zahlen? Und wie lange muss er dafür arbeiten? (dies kann man ja relativ einfach mit den Gehaltsempfehlungen mittels Dreisatz berechnen, und die vereinbarte Zeit sollte dann auch bestmöglich eingehalten werden!) Kann ich vielleicht die Fortbildungskosten (die nicht gerade gering sind) zumindestens teilweise übernehmen? Kann die Fortbildungszeit nicht (teilweise) als Arbeitszeit angerechnet werden? Kann ich ihm Know-how vermitteln, dass ihn in seiner Arbeitskraft wertvoller macht? Kann ich ein angenehmes Betriebsklima schaffen (und damit meine ich nicht unbedingt klimatisierte Autos in der Fahrpraxis), in dem ich jeden meiner Mitarbeiter wertschätze und dies auch in meinem Verhalten zum Ausdruck kommt? (Faire Kritik ist wichtig, aber keine Kritik ist noch lange kein Lob!) Manchmal reicht auch einfach nur ein „DANKE“ (für einen am Freitag abend übernommenen Wochenenddienst, für eine gute Idee, für eine gelungene Behandlung eines schwierigen Tieres bzw. dessen Besitzers…), und wenn man eine Bitte an seinen Assistenten hat, eben auch ein „BITTE“ und kein Befehlston. Ich denke, es gibt viele Missstände in diesem Beruf – als Assistent als auch als Praxisinhaber. Es sollte versucht werden, die vielfältigen Gründe hierfür zunächst als gegeben zu akzeptieren und dann Stück für Stück zu ändern.
    Nun gut, der Text war jetzt ziemlich lang, das lag mir aber mal auf dem Herzen. Nun muss ich leider los – meinem Nebenjob bei einer bekannten Burgerkette nachgehen, mit dem ich es mir ermöglichen kann, als Assistent zu arbeiten 😉

  6. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die dazu beitragen könnten die Situation zu verbessern. Es müsste eine Versicherungspflicht für Katzen,Hunde,Pferde eingeführt werden.Dies ist auch eine Sache des Tierschutzes.Es kann nicht sein,dass es Besitzer abhängig von ihrer finanziellen Situation machen,ob das Tier notwendige medizinische Leistunden erhält oder nicht.
    Zudem kommen immer wieder freche Tierbesitzer an,die sich diese Leistungen nicht leisten können oder wollen.Da steht dann der Tierarzt vor der Wahl das Tier leiden zu lassen oder kein Geld für seine Arbeit zu erhalten,obwohl er selber nicht in Reichtümern schwimmt.
    Diese Situation ist einfach untragbar!
    Dann müssen sich Tierärzte organisieren,was durch die sozialen Medien nicht so schwer sein dürfte.Ziel sollte es sein,etwas wie eine Gewerkschaft der angestellten Tierärzte zu gründen. Ein Tierarzt sollte etwa soviel verdienen wie
    ein Ingenieur in der Wirtschaft, Anfangsgehalt 50.000 aufwärts. Die Problematik muss in die Politik transportiert werden,nur dort kann etwas wie eine Versicherungspflicht für Haustiere beschlossen werden.
    Es kann KEIN Ziel sein, Mindestlöhne als Empfehlung zu beschließen,die dann ohnehin nicht eingehalten werden.
    Es müssen verbindliche Tariftabellen her,ähnlich wie die in der IG Metall. Möglicherweise wäre dieses auch eine gute Möglichkeit zur Gründung einer eigenen Gewerkschaft.Die Eingliederung in eine bestehende starke Gewerkschaft…warum als Gruppe nicht die IG METALL anschreiben und die Thematik ansprechen.
    Es muss allerdings Leute geben,die dieses Thema vorantreiben wollen,sonst wird das nichts.

  7. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    ich arbeite in der Gemischtpraxis (90 % Rind). Pro Woche arbeite ich im Durchschnitt 65 bis 70 Stunden. Die Mehrarbeit wird weder durch Freizeit noch durch Vergütung ausgeglichen. Ruhezeiten werden ebenfalls nicht eingehalten. Eine Aufzeichnung der Arbeitszeiten erfolgt nicht (daher machen wir ja auch keine Überstunden).
    Dieses Problem ist sicherlich sehr vielen angestellten Tierärztinnen und Tierärzten bekannt.

    Was kann man dagegen tun? Eigentlich einfach: Hier wird gegen viele Gesetze verstoßen, zum Beispiel gegen das Arbeitszeitgesetz und das Nachweisgesetz. Lapidare Floskeln im Arbeitsvertrag („Arbeitszeit nach betrieblichen Erfordernissen“) sind ungültig, derartig viele Arbeitsstunden unzulässig, Ruhezeiten sind einzuhalten.

    Wir haben im Studium gelernt, Wissen sei Macht. Informiert euch, lest diese Gesetze mal durch und helft, sie einzuhalten! Wir sind studierte Menschen, leben in Deutschland und können auf die Einhaltung der Gesetze bestehen. Was hilft denn ein geliebter Beruf, wenn sonst nichts bleibt? Wenn man nicht mehr leben kann und die Erholung auf der Strecke bleibt? Wenn man so überarbeitet ist, die Arbeit leidet und man letztendlich mit der eigenen Arbeit nicht mehr zufrieden ist?

    Zuständig sind die Gewerbeaufsichtsämter, dort kann man sich beraten lassen und dort liegen auch die entsprechenden Kompetenzen.

    Kommunikation ist praxisintern der erste Weg. Viele von uns haben das sicherlich zuerst versucht. Das Spektrum reicht von völligem Unverständnis (ja, das ist eben so…..als Tierarzt muss man flexibel sein……) bis hin zu betroffenem Schulterzucken und seichten Versprechungen (alles wird besser…….).

    Ändern können wir dies nur, wenn wir die Gesetzeslage kennen, die vorgelegten Anstellungsverträge kritisch prüfen und unter Umständen zu solchen Bedingungen eben nicht unterschreiben.

    Mal ehrlich, wenn ich bei McDonalds Burger zusammenklappe verdiene ich auf die Stunde gerechnet mehr, ich muss nachts nicht raus und habe pünktlich Feierabend…….das darf doch nicht sein! Nach diesem Studium darf das doch nicht sein!l

    Wenn der Arbeitsanfall in der Praxis so hoch ist, dann sollte auch der entsprechende Umsatz gemacht werden. Wenn dem nicht so ist, dann ist das betriebswirtschaftlich nicht gut kalkuliert und ein klarer Managementfehler. Ein Problem in vielen Tierarztpraxen ist einfach das mangelhafte kaufmännische Wissen. Niemand kann mir hier plausibel erklären, dass so viel gearbeitet wird und es sich nicht trägt, mehr Personal einzustellen. Vielleicht sollte man sich da auch mal Gedanken machen und für Transparenz in seiner betriebswirtschaftlichen Auswertung sorgen?

    Also, umdenken und konsequent werden. Dann bleibt der Spaß am Beruf und auch am Leben!

    In diesem Sinne……..lasst die Gedanken kreisen.

    • Du hast so Recht! Bloß wenn jeder von uns das persönlich mit seinem Chef alles klären muss, ist doch bescheuert. Warum gründen wir keine Gewerkschaft als angestellte Tierärzte? Das wäre doch das Beste!

  8. Im Facebook gibt es nun eine Gruppe mit dem Namen „Verein zur Gründung einer Gewerkschaft für prakt. Tierärzte“. Meldet euch an, kommt vorbei, helft mit! Jede Stimme zählt!
    Beste Grüße

  9. Festgehaltsmodell

    Das Festgehaltsmodell sieht eine Mindestvergütung pro Stunde für die folgenden 4 Jahre (bei 12 Gehältern im Jahr und dem gesetzl. Urlaubsanspruch) vor:
    2. Jahr: 16,20 €/Std. (2 816 €/Jahr)
    3. und 4. Jahr: 17,60 €/Std. (3 048 €/Jahr)
    5. Jahr: 18,60 €/Std. (3 227 €/Jahr)

    Statt dem Wort „Jahr“ gehört richtigerweise das Wort „Monat“. Angesichts der traurigen Einkommensverhältnisse angestellter Tierärzte ein umso traurigerer Faux Pas. Und lächerlich für den bpt, der unseren auch nicht mehr ernst zu nehmenden Berufsstand repräsentieren möchte.

  10. Es klingt ernüchternd aber solange man Tiermedizin studiert (bei Architekten, Design etc. nicht viel motiviert), um Tieren zu helfen (und das ist primär die Motivation der weibl. Tierärzte), ist es keine Überraschung, dass die Bezahlung nicht die Kosten eines 6jährigen Studiums widerspiegelt. Wenn ich die Umwelt sauber machen möchte, kann ich sofort (ohne Studium) anfangen und Müll einsammeln. Das finden dann auch alle toll und ich finde mich vielleicht klasse dabei, eine so sinnvolle Arbeit zu leisten – nur wird mich keiner dafür bezahlen.

    Leider gibt es weiterhin zuviele junge Frauen, die an der Nachfrage vorbei ihren Traumberuf unbedingt ergreifen wollen und bereit sind, wirtschaftliche Fragen hintenan zu stellen. Zu allem Übel funktioniert das auch noch während des Studiums, da zuviele Eltern das auch noch finanzieren – denn wer wird nach sechs Jahren noch abspringen.

    Hört endlich auf, Tiermedizin zu studieren, um Tieren zu helfen. Traumberufe gibt es nur für Millionärstöchter und diese leben dann eher vom Couponschneiden als von ihrer Arbeit.

    Mein Traumberuf ist auch nicht IT-Berater und ich bin es auch nicht geworden, um Computern zu helfen.

  11. @Heinz Meisenkaiser: Was wäre denn für Dich ein akzeptabler Grund Tiermedizin zu studieren? Und: Aus welchem Grund bist Du IT-Berater? Sicher nicht, weil Du keine Computer magst oder?

  12. Trotz das der Artikel schon etwas älter ist, ist er immer noch aktuell!

    Ich habe 2010 approbiert. Schon damals war ich nicht bereit, mich ins Hamsterrad der Praxis zu begeben und dabei weniger zu verdienen als bei Aldi an der Kasse. Also habe ich als amtliche Tierärztin (durchaus lukrativ bei etwas über 35€ die Stunde) gearbeitet und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Human-Universitätsklinik.
    Mit beiden Jobs zusammen hatte ich auch gut eine 50 Stunden/Woche aber immer noch mehr Geld und Freizeit als meine Kollegen in der Assistenzzeit.

    Jetzt verschärft sich die Situation noch, denn ich war so leichtsinnig und habe ein Kind bekommen. Als Tierärztin muss man fast sagen ich war so dumm (das musste ich mir tatsächlich schon einige Male sagen lassen).

    Seit Monaten probiere ich eine Job zu finden, mit dem ich mich und mein Kind finanzieren kann, und der nach Möglichkeit noch mit den Kinderbetreuungszeiten zusammenpasst. In Frage kommen hier tatsächlich nur Behörde und Forschung.

    Das Arbeitsamt was mich mit Kind für schwer vermittelbar hält, hat mir nahegelegt mich doch in verwanten Berufen (z.B. Human-Arzthelferin etc.) zu bewerben. Da werde ich dann mit abgeschlossenem Medizinstudium Termine koodinieren und Blutproben ziehen.

    Super ausgebildet und fleißig … das kann man nach dem Studium von sich behaupten. Trotzdem sind die Erfolgsaussichten misserabel verglichen mit Ingenieuren oder Lehrern die ganz sicher nicht ein bisschen strebsamer oder fleißiger waren als wir. Man kann nur allen jungen Frauen dringend davon abraten Tierärztin zu werden. So viel Spaß und Erfüllung dieser Job auch tatsächlich bringen mag und egal wie gut ihr seit.

    Und den Veterinäruniversitäten ist anzuraten den Tierärzten wenigstens ein wenig Betriebswirtschaftslehre mit auf den Weg zu geben.

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