Tiermedizin ist weiblich

Zukunftskonzepte &-visionen

Rin.da! in Leipzig: Rein in die Rinderpraxis!

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Diesem Appell folgten auch auf dem Leipziger Tierärztekongress zahlreiche Studentinnen der Tiermedizin und Tierärztinnen mit eigener Praxis. Unter dem Motto „Rindermedizin ist weiblich“ hatten die Initiatorinnen Dr. Marion Tischer und Prof. Kerstin Müller aus Berlin am 17. Januar 2014 zu einem Workshop eingeladen. Die über 50 Teilnehmerinnen  versammelten sich, um sich über Zukunftsperspektiven zu informieren und Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu diskutieren.

Konzepte

Dr. Hubert Buer, Praxisinhaber der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis LandVET im Bergischen Land, berichtete, wie in seinem Praxisteam die Zusammenarbeit von 5 Tierärzten und 8 Tierärztinnen funktioniert. Grundsätzlich werde zwischen Männern und Frauen nicht unterschieden, alle neuen Assistenten/-innen folgen einem 3-stufigen Einarbeitungsmodell, in dem zunächst die Basistechniken der Rinderpraxis vermittelt werden, im zweiten Jahr eine Einarbeitung in Bestandsprobleme erfolgt und im dritten Jahr das Prinzip „Hoftierarzt“ mit eigener Verantwortung für einzelne Betriebe praktiziert wird. Die Einteilung der meist weiblichen Teilzeitkräfte erfordert Organisationstalent und Fingerspitzengefühl, um eine Auslastung der Praxiswagen zu gewährleisten. Die LandVET-Praxis wird als GbR betrieben, Vor- und Nachteile sowie alternative Zukunftsmodelle, z.B. die „kleine Aktiengesellschaft“, wurden vorgestellt.

Aus dem Leben einer Rindertierärztin und Mutter

Als Vertreterin der Praxisassistentinnen war ich, Dr. Christiane Zaspel, eingeladen, aus meinem Leben als Rindertierärztin und Mutter zu berichten.  An drei Tagen in der Woche arbeite ich einer Großtierpraxis in Rheinland-Pfalz, während meine beiden Kinder im Ganztagskindergarten betreut werden oder an Wochenenden und Feiertagen. Über ein Fernstudium Journalismus habe ich mir ein zweites Standbein aufgebaut und in Homeoffice die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Tierärztekammer Rheinland-Pfalz übernommen. Zudem verfasse ich Artikel über Rinderthemen in Landwirtschaftlichen Fachzeitschriften für das vetconsult-Team. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für mich gegeben, weil

  • ich die volle Unterstützung meines Mannes besitze und wir uns Kinderbetreuung und Haushalt nach Möglichkeiten teilen,
  • mein Chef sich von Anfang an darauf eingestellt hat, dass ich nur dann arbeiten kann, wenn meine Kinder betreut sind,
  • wir eine lokale Leihoma gefunden haben, die sich auch bei Krankheit um die Kinder kümmert.

Karriere in Forschung & Wissenschaft

Prof. Dr. Kerstin Müller berichtete eindrucksvoll, wie ihre Karriere als Rindertierärztin in der Tötungsbox eines Schlachthofes begann und sie über Forschung und Wissenschaft im Ausland zur Geschäftsführenden Direktorin der Klinik für Klauentiere der Freien Universität Berlin wurde. Sie appelliert an die Studierenden, sich frühzeitig für die Rindermedizin zu entscheiden und zielführend die Interessen zu verfolgen, denn in modernen Betrieben stehen neben der körperlichen Arbeit vor allem analytische und beratende Tätigkeiten im Vordergrund, für die Frauen häufig ein besonderes Geschick mitbringen.

Rindertierärztin in der Industrie

Wie die Wege einer Rindertierärztin in die Industrie führen, verdeutlichte Dr. Ulrike Exner, in der Firma Boehringer Ingelheim für die Rinderprodukte verantwortlich. Bei häufiger Reisetätigkeit ist die Kinderbetreuung durch den Ehemann gegeben. Dr. Pirkko Bergmann, in der Firma Bayer für die Produktsparte Rind zuständig, beschrieb ihre Laufbahn als alleinerziehende Mutter in der Forschung und Industrie. Dabei rät sie zu Offenheit, denn die Möglichkeiten, als Tierärztin zu arbeiten sind ungeahnt vielfältig.

Dieser Text stammt von: Dr. Christiane Zaspel

Autor: Dr. Christina Lauer

Social-Media-Managerin | Bloggerin | Webdesignerin & Tierärztin | Gründerin von Praxismarketing Lauer

Ein Kommentar

  1. Nur mal so zum Nachdenken:
    Ich würde niemals nie eine Assistentin für meine Praxis einstrellen – geht ja gar nicht und ist absolut indikutabel……………………………………………………………………., deshalb arbeite ich lieber mit einer Tierärztin zusammen 🙂
    :::::::::::::.ABER: Dafür gibt es leider KEINEN Arbeitsvertrag 🙁 ……..d.h. der Musterarbeitsvertrag der BTK ist getitelt: „….zwischen…und Assistent/in….“ Ist doch traurig oder …PS: Ist doch klar, dass son Assi nicht das leisten und damit verdienen kann, was eine Tierärztin / Tierarzt leisten und damit verdienen muß….

    Viele Grüße

    Ingo

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