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Geld verdienen Tierarzt

Warum verdienen Tierärzte so wenig?

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In den vergangenen Jahren hatte ich das große Vergnügen, mit Pere Mercader von Estudios Veterinarios gemeinsam Vorträge zu gestalten. Pere berät Tierarztpraxen in Spanien und hat ein – in meinen Augen – großartiges Buch geschrieben: “Management Solutions for Veterinary Practices”. Warum ich dieses Buch so gut finde? Weil es genau die Punkte anspricht, die offenbar Tierärzte auf der ganzen Welt betreffen: Wie kann ich meine Praxis rentabel führen (und dabei dann sogar meine Angestellten so bezahlen, dass Sie mir lange erhalten bleiben). Deshalb habe ich mich entschlossen, in den nächsten Wochen einmal ein paar Auszüge aus dem Buch zu besprechen.

Auch Praxisbesitzer klagen über geringes Einkommen

Dass das Gehalt von Tierarzt-Assistenten verglichen mit Humanmedizinern und anderen akademischen Berufen eher spärlich ausfällt, darüber hatte ich ja bereits in einem Beitrag berichtet. Der Grund? Auch viele Praxisbesitzer verdienen nur mäßig bis schlecht. Woran könnte das liegen?

Was ist der größte Fehler, den eine Tierarztpraxis machen kann?

Die am häufigsten gestellte Frage auf Kongressen und Workshops: Was ist der größte Fehler, den eine Tierarztpraxis machen kann. Nach Meinung von Pere gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort. In den häufigsten Fällen ist es aber eine falsche Preispolitik.

Preisfindung scheint ein sehr komplexes Problem für Tierärzte zu sein. Warum eigentlich? Dazu gibt es verschiedene Theorien:

  • Die einen meinen, es läge daran, dass Tierärzte einen niedrigeren sozialen Status hätten als andere Berufe (z. B. Humanmediziner).
  • Die anderen sind der Meinung, dass es an der großen Konkurrenz in den Ballungsgebieten liegt.
  • Wieder andere meinen, dass die exzessiven Anforderungen an Tierärzte zu einem Gefühl der Unsicherheit führen (Tierärzte glauben, sie müsste sich mit Hunden, Katzen, Nagern, mit Kardiologie, Traumatologie, Chirurgie etc. auskennen). (Und ich persönlich möchte noch hinzufügen: Bereits an den Universitäten im Rahmen der Ausbildung wird oft vermittelt, dass das Wissen und vor allem die Fähigkeiten der jungen Tierärzte nur minimal sind.) Alles das führt dazu, dass Tierärzte ein geringes Selbstbewusstsein haben und sich deshalb nicht wohl damit fühlen, wenn es an der Zeit ist, für ihre Leistungen Geld zu nehmen.
  • Einige denken auch, dass es die generelle Ignoranz des Berufsstands ist, die realen Kosten einer Leistung einzuschätzen.
  • Zuletzt sind viele der Meinung, dass es daran liegt, dass der Beruf des Tierarztes offenbar so stark eine Berufung ist, dass Geld erst an zweiter Stelle kommt. Das geht sogar soweit, dass Tierärzte sich unwohl damit fühlen, Geld für ihre Leistungen zu nehmen.

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Was meint Ihr: Was ist dran an den Vermutungen?

PS: Für Interessierte habe ich einmal das Buch von Pere als Amazon-Link eingefügt.

Foto: © Robert Kneschke | Fotolia.com

Autor: Dr. Christina Lauer

Social-Media-Managerin | Bloggerin | Webdesignerin & Tierärztin | Gründerin von Praxismarketing Lauer

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